Therapieresistente Depression: Esketamin, Leitlinienadhärenz und Augmentationsstrategien – Prof. Dr. Andreas Reif im Interview

15 bis 30 Prozent aller Patient:innen mit schwerer Depression sprechen nicht auf die Standardtherapie an. Die Leitlinienadhärenz bei therapieresistenter Depression liegt bei gerade einmal 5 Prozent – eine Zahl, die aufhorchen lässt. Gleichzeitig zeigt Esketamin in aktuellen Studien beeindruckende Remissionsraten. Die Frage ist nicht, ob bei Therapieresistenz umgedacht werden muss – sondern wann, wie und mit welchen Mitteln.

Der Spektrum Depression Kongress 2026 „Alles auf Anfang – Depression verstehen, behandeln, begleiten" stellte sich dieser Herausforderung. Prof. Dr. med. Andreas Reif, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Frankfurt – Goethe-Universität Frankfurt, FFM, liefert dazu die klinische Perspektive. Ab wann ist ein aktiver Strategiewechsel geboten? Warum bleibt die Leitlinienadhärenz so eklatant niedrig und was müsste sich systemisch ändern? Für welche Patient:innen ist Esketamin heute erste Wahl? Und welche Rolle spielt eine frühzeitige, konsequent dosierte Therapie bei der Vermeidung von Chronifizierung – auch mit Blick auf pflanzliche Antidepressiva?

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