DiGA bei Depression: Wer profitiert und warum ist die Präparatwahl bei Johanniskraut entscheidend? – Prof. Dr. Anne Karow im Interview

Sechs bis zwölf Monate auf einen Therapieplatz warten – für viele depressiv erkrankte Menschen ist das die bittere Realität. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) können diese Wartezeit sinnvoll überbrücken – aber nicht für alle Patient:innen gleichermaßen. Und wenn Patient:innen in dieser Phase eigenständig zu Johanniskraut-Produkten aus dem Drogeriemarkt greifen: Ist das sinnvoll oder trügerisch? Die Umbrella-Studie liefert hier ein klares Signal, das in der klinischen Praxis noch zu wenig ankommt.

Der Spektrum Depression Kongress 2026 „Alles auf Anfang – Depression verstehen, behandeln, begleiten" griff genau diese Fragen auf. Prof. Dr. med. Anne Karow, Professorin für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, MiNDNET E-Health GmbH und AG, sowie Chefärztin der Privatklinik Falkenried, Hamburg, ordnet im Interview die Möglichkeiten und Grenzen digitaler Versorgungsbausteine ein: Wer profitiert wirklich von DiGA und unter welchen Voraussetzungen? Wo endet sinnvolle KI-Unterstützung durch Tools wie Woebot und was kann nur ein Mensch leisten? Warum ist die Wahl des Johanniskraut-Präparats entscheidend und wie lässt sich das Patient:innen verständlich vermitteln? Ein differenzierter Blick auf ein Versorgungssystem im Wandel – von einer Expertin, die dessen Bausteine täglich in der Praxis erprobt.

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