Depression und somatische Erkrankungen: Versorgungslücke, Screening und Therapie – Prof. Dr. Andreas Stengel im Interview

Depression und körperliche Erkrankungen bedingen sich gegenseitig – das ist gut belegt. Und doch bleibt die Depression im somatischen Kontext viel zu häufig unerkannt oder unbehandelt. Dabei würden zwei einfache Fragen reichen, um in über 90 Prozent der Fälle eine Major Depression zu identifizieren. Warum ist dieses Screening trotzdem noch immer nicht überall Routine? Und was bedeutet es für den Behandlungsverlauf, wenn depressive Patient:innen medizinische Empfehlungen dreimal häufiger nicht einhalten als andere?

Der Spektrum Depression Kongress 2026 „Alles auf Anfang – Depression verstehen, behandeln, begleiten" setzte genau hier an: Depression neu denken, Versorgungslücken benennen, gemeinsam handeln. Prof. Dr. med. Andreas Stengel, Facharzt für Innere und Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum Stuttgart, bringt dazu die Perspektive der Psychosomatik ein und benennt im Interview klar, wo die größte Lücke liegt, warum das Zwei-Fragen-Screening noch immer keine Routine ist und welchen Stellenwert ein evidenzbasiertes Phytopharmakon bei mittelgradiger Depression für ihn hat.

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