Depression in der Hausarztpraxis erkennen und behandeln – Prof. Dr. Jens Kuhn im Interview
Wird eine Depression in der Hausarztpraxis übersehen? Zu oft lautet die Antwort: ja. Dabei liegt genau hier ein entscheidender Hebel – denn die Hausarztpraxis ist für viele Patient:innen die erste und häufigste Anlaufstelle bei psychischen Beschwerden. Gleichzeitig steigt die Zahl psychisch erkrankter Kinder seit Jahren dramatisch an: Ein Drittel mehr in nur 15 Jahren. Zahlen, die unmissverständlich zeigen, dass das Versorgungssystem strukturell reagieren muss.
Genau darum ging es beim Spektrum Depression Kongress 2026 „Alles auf Anfang – Depression verstehen, behandeln, begleiten." Im Interview gibt Prof. Dr. med. Jens Kuhn, Ärztlicher Direktor und Chefarzt am Alexianer Krankenhaus Köln, eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wie gut gelingt die Früherkennung von Depression in der Hausarztpraxis heute wirklich und wo hakt es am meisten? Welche strukturellen Veränderungen braucht es, um der wachsenden Zahl psychisch erkrankter Kinder zu begegnen? Und wie fällt die Therapieentscheidung zwischen Pharmakotherapie, Psychotherapie oder Kombination? Abgerundet wird das Gespräch durch seinen Erfahrungsbericht zu hochdosiertem Johanniskraut: Für welche Patient:innen ist das eine echte Option und was schätzt er daran im Alltag?